Guide zu den Wein und D.O.-Regionen Spaniens

Guide zu den Wein und D.O.-Regionen Spaniens

Spaniens Weine sind weit mehr als Rioja und Ribera del Duero, und ein stetig expandierendes Universum, das zu entdecken nahezu eine Lebensaufgabe darstellt. Hier will ich Ihnen, auf meinen Erfahrungen basierend, einen kleinen Überblick geben. Dann liegt es an Ihnen sich durchzuprobieren; bis sie Ihre Lieblingstrauben, Ihre Lieblingsregionen und Ihre Lieblingswinzer finden werden.

A

Albariño Frischer, leicht-fruchtiger (Apfel, Birne, Aprikose, Zitrus-Aromen) spritziger Weißwein mit ausgewogener Säure aus der D.O. Region Rías Baixas im nordwestspanischen Galicien. Mit dem Alvarinho aus Nordportugal sind sie ideale Begleiter zu Fischgerichten und Meeresfrüchten. Ein mildes Klima mit einem Jahresmittel von 15 Grad Celsius und ergiebige Niederschläge in den Fjord-ähnlichen Rías-Schluchten an der südwestlichen Atlantikküste sind ideal für die Reben. Sein Name leitet sich vom „Kleinen Weißen vom Rhein“ ab. Eine Legende besagt, dass es deutsche oder französische Mönche im 12. und 13. Jh. gewesen sein sollen, die Riesling-Reben als Jakobsweg-Pilger ans damalige Ende der Welt brachten. Jüngere genetische Analysen zeigten jedoch eine nähere Verwandtschaft zur Malvasia-fina Traube sowie dem bekannten Sauvignon Blanc und Pinot Blanc. Der Albariño D.O. aus den Rías Baixas muss zu 100 Prozent aus dieser Sorte gekeltert werden. Andere Rías Baixas Weißweine sind Cuvées mit den lokalen Trauben Treixadura, Loureira und Caiño Blanco. Diese Weine werden meist „jung“ genossen, halten sich aber korrekt gelagert auch bis zu vier Jahre.

Aperitif-Weine sind auch in Spanien überaus beliebt. Sei es der ausgebaute Weißwein Manzanilla, herb, fruchtig und vor allem in Sevilla unabdingbar zu den (nach)mittäglichen Tapas. Auch Sherries aus Jerez de la Frontera sind ideal zum Aperitif, und auch immer beliebter als gemixte Cocktails und Longdrinks. Ein „Fino“ (weißer Sherry) mit etwas Tonic Water oder Ginger-Ale, frischer Rosmarin-Stange und Ingwer-Scheiben ist ein erfrischender Hochgenuss!


Spanische Weingut


Ausbau Spanische Rotweine werden wie andernorts auch in Holzfässern aus französischer oder amerikanischer Eiche ausgebaut, oder eben in Edelstahltanks. Hinzu kommen Weinproduzenten, die auf ebenso wie Holz andere poröse Materialien setzen, sei es wie einst im Römischen Imperium, Keramik-Tanks oder aus Beton. Man unterscheidet in Spanien je nach Dauer des Prozesses, der logischer Weise auch die Produktionskosten erheblich steigert, bei Rotweinen zwischen (1) „joven“ („jung“), drei bis sechs Monate Ausbau, meist in Edelstahltanks – doch wenn „roble“ am Etikett erwähnt ist, war der Wein ebenso über einige Monate im „Eichenfass“. (2) „Crianza“-Weine sind mindestens zwei Jahre im Ausbau, sechs Monate bis zu einem Jahr davon in Eichenfässern, die übrige Zeit meist abgefüllt in der Flasche. (3) „Reserva“ bedeutet einen Ausbau von mindestens drei Jahren, davon mindestens ein Jahr in Eichenfässern, und (4) „Gran Reserva“ haben einen Alterungsprozess von mindestens fünf Jahren hinter sich, ehe sie vermarktet werden, und mindestens 18 Monate davon, oft mehr, waren sie in Eichenfässern. Auch Weißweine werden in einigen der D.O.-Regionen in Eichenfässern ausgebaut, was diese dann am Gaumen und in der Nase erheblich von den gewohnten Aromen und Geschmäckern abhebt.

B

Bierzo D.O. Dieses kleine, aber feine Weinbaugebiet im Nordwesten der Region Kastilien-León am Río Sil ist international noch ein Geheimtipp, und das sowohl bei den exzellenten Rotweinen, deren primäre Traube die lokale Mencía ist (fruchtige Aromen, kräftige Farbe) – die bereits zur Zeit der Römer hier kultiviert wurde –, neben Garnacha. Doch immer mehr Weinbauern haben längst überaus ansehnliche Ergebnisse mit Merlot, Tempranillo, klarerweise, und Cabernet Sauvignon erzielt, sei es als Cuvée-Weine, oder eben 100 Prozent Merlot. Und das gelingt dank leicht sandiger Schieferböden mit Granitanteilen, die hier auf der Hochebene zwischen 450 und über 1000 Metern Seehöhe dominant sind. Bei Weißweinen lohnt es sich, jene aus der Godello-Traube zu probieren. Die zwar meist einen leicht höheren Alkoholgehalt aufweisen, und in der Palette der Aromen dank ausgewogener Säure und elegant-herber Noten, mit Honig, Nuancen von Mandel und tropischen Früchten bestechen, und dabei blumig duften. Mehr noch, wenn sie „barrique“, sprich in Eiche, ausgebaut worden sind.

C

Cava ist der katalanische Schaumwein, eine Variante des Champagner, wenn man so will – je nachdem, wie diese hergestellt werden. Manche Cava-Flaschen können durchwegs hochpreisige Spezialitäten sein. Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden Cava-Schaumweine in vielen Gebieten Kataloniens erzeugt. Cordoníu und Freixenet sind dabei die international bekanntesten Produzenten. Grundlage für den per Flaschengärung erzeugten „Sekt“ sind die Trauben Parellada, Xarel-lo, Macabeo (Viura), Subirat (Malvasia Riojana), Chardonnay und seit über eine Dekade auch rote Trauen wie Pinot Noir. Bei den immer beliebter werdenden Rosé-Schaumweinen („Rosados“) wird auch Monastrell und Garnacha verschnitten. Wein- und Schaumwein-Liebhaber sollten auch die Wiege der Cava-Produktion im nordwestkatalanischen Sant Sadurní d’Anoia besuchen, sobald man wieder reisen darf.  Bei Colono finden Sie unter anderem den ökologisch produzierten Spitzen-Cava von Planas Albareda (Brut nature – trocken) und den „Reserva“.

Campo de Borja Rebe

Campo de Borja Im Nordosten der Provinz Saragossa (Aragón) ist diese überaus kleine D.O.-Region (6000 Hektar) ein „Star“, den man entdecken sollte! Primär werden auch hier Garnacha-Reben kultiviert, aber auch Merlot und Syrah, Tempranillo und Cabernet Sauvignon. Bei Colono finden Sie einen Wein der Extraklasse, der durchwegs mit jenen aus Calatayud mithalten kann, Flor de Goda – für Liebhaber kräftiger roter Tropfen wie gemacht!

Calatayud ist eines meiner liebsten Weinbaugebiete Spaniens, wobei das natürlich Geschmackssache ist. Hier stehen steinalte, teil knapp 100 Jahre alte Garnacha-Reben, die als „cepa vieja“ meist auch 100 Prozent in den kräftigen, starken (Alkoholgehalt bei 14,5 und mehr Prozent), edlen und charakterstarken Weinen stellen. Alte Reben müssen besonders gepflegt werden, und sind weit weniger ergiebig als junge. Doch die Qualität der Trauben wird im Alter zu einer Klasse für sich!

Crianza-Weine sind wie bereits oben erwähnt mindestens zwei Jahre im Ausbau, sechs Monate bis zu einem Jahr davon in Eichenfässern, die übrige Zeit meist abgefüllt in der Flasche. Preislich sind diese deutlich unter den „Reservas“ anzusetzen, und eine gute Wahl als Begleiter – auch im Alltag – zu spanischen Mittag- und Abendessen.

Cosecha bedeutet Ernte, und dementsprechend ist es eine Bezeichnung für junge Weine, meist rote Tropfen, die keinen Barrique-Ausbau erfahren haben. Preislich sind sie daher günstig, und dennoch finden sich auch in dieser Klasse ansprechende Tischweine.

Cuvée klingt auf Französisch doch einfach viel schöner als „Verschnitt“. Hierfür werden unterschiedliche Trauben von Önologen in oftmals langwieriger Feinabstimmung harmonisch kombiniert. Bis vor gut und gerne 20-30 Jahren war dies außerhalb von Frankreich noch eher ein Tabu unter puristischen Winzern und Weinliebhabern. Mittlerweile haben sich die Cuvée-Weine durchgesetzt, und es werden Standard-Trauben wie Tempranillo und Garnacha in Spanien mit internationalen Reben wie Syrah, Pinot Noir, Merlot und Co. exquisit gepaart. Und auch lokale, fast vergessene oder gar ausgestorbene Reben wieder gepflanzt, um den Weinen einen Charakter zu geben, der sie einzigartig macht.

D

Dessertweine wie der süße Moscatel, aus Muskateller-Trauben, wie der Name schon sagt, oder die überaus süßen Málaga-Weine sind in Spanien überaus beliebt.

D.O. sind in Spanien geschützte Herkunftsbezeichnungen, die den Weinbauern strenge Vorgaben über die Produktion, die lokale Eigenarten bewahren soll auferlegen. Und die Regulierungsbehörden wachen mit Argusaugen darüber.

Ribera del Duero

Duero (Ribera del Duero) Mit den drei Riojas (Plural!) die wohl wichtigste Weinbauregion Spaniens erstreckt sich entlang des Duero-Flusses (in Portugal Douro). Vor allem die Rotweine finden sich in so gut wie allen Restaurants und Bars, und das in allen Preisklassen und Ausbaugraden. Grundlage ist hier die Tempranillo-Traube, die oft 100 Prozent stellt. Aber es werden auch hervorragende Cuvée-Weine produziert – und nicht zuletzt überraschende Weißweise, wie Sie in meinem Beitrag zu Cillar de Silos nachlesen können.

E

Edelstahltanks sind aus der Weinproduktion kaum wegzudenken.

F

Fruta bedeutet im Spanischen die Frucht, „afrutado“ fruchtig, nur damit Sie es wissen, wenn Sie einen Weißwein in einer Tapas-Bar oder einem Restaurant bestellen. Frutas rojas sind für Rotweinliebhaber die „roten Früchte“; sprich Waldbeeren, eines der am meisten geschätzten Aromen.

G

Garnacha ist mit dem Tempranillo eine der wichtigsten Rebsorten für spanische Weine, die „tinta“ für Rote, die „blanca“ für Weiß- und Roséweine. Meist wird sie als Cuvée eingesetzt, sollten Sie aber einen 100-Prozent-Garnacha in die Hände bekommen, bestenfalls aus alten Reben (Calatayud), dann ist es eine einzigartige, kraftvolle facettenreiche Erfahrung – und definitiv auch Geschmackssache.

J

Weingut in Jerez de la Frontera

Jerez de la Frontera ist eines der Sherry- und „Amontillado“-Weinbaugebiete im Westen Andalusiens, mit Montilla (Córdoba). Den so genannten „Generosos“, verstärkte Weißweine in unterschiedlichsten Varianten und Ausbaustufen (Fino, Manzanilla, Palo Cortado, Amontillado und Oloroso), werde ich mich hier in meinem Blog noch ausführlicher zuwenden.

Jumilla in der südspanischen Region Murcia und der Provinz Albacete (Kastilien-La Mancha) mausert sich auch international zuletzt zu einer der Top-Weinbauregionen Spaniens. Sowohl die Lage im Hinterland, mit mediterranem Klima, aber auch großen Tag-Nacht-Temperaturunterschieden und kalkhaltigen Böden sorgen für exzellente Rotweine, aber auch überraschende Weißweine. Wichtigste Trauben sind die außergewöhnliche Monastrell, die auch bei den Weinen der Region Alicante D.O. Verwendung findet, Cencibel, Cabernet Sauvignon und die Garnacha tinta. Bei Colono finden Sie eine große Auswahl an Jumilla-Weinen, wie den Juan Gil Etiqueta Amarilla 2019 Jumilla, den „jungen“ ökologischen Honoro Vera, und in der Top-Liga, den ökologischen Juan Gil Plata, bio alle drei aus 100 Prozent Monastrell oder etwa den Rosé-Wein aus Monastrell und Syrah. Rotweine erreichen dabei einen durchaus ansehnlichen Alkoholgehalt von 15 Prozent.

K

Karbonisieren ist eine zuletzt häufiger verwendete Methode zur Gärung der Wein-Maische in den Edelstahltanks, wobei oftmals weiße und rote Trauben vermengt werden. Die Resultate sind durchwegs für junge Weine fein, es bleibt auch bei Rotweinen dadurch ein kaum wahrnehmbares Prickeln auf der Zunge erkennbar.

Kork ist in Spanien nach wie vor der beliebtere Verschluss für Weine gegenüber Kunststoff und Drehverschlüssen. Und das wird auch so bleiben.

M

Malvasia ist eine der besten Weißwein-Trauben, die in Spanien angebaut wird, und die exzellente Weine garantiert, auch aus Mallorca oder von den Kanaren. Behalten Sie den Namen für den nächsten Insel-Urlaub in Erinnerung!

Merlot ist eine der klassischen Rotwein-Trauben aus dem französischen Bordeaux und mittlerweile ein „Global Player“ mit dem Cabernet Sauvignon, aus dessen Genetik Merlot gezüchtet wurde. Intensives Rubinrot, Beeren-Aromen, Zwetschke sind bereits bei jungen Weinen stark ausgeprägt. Mit längerem Ausbau steigt die Komplexität, Lakritz, Tabaknoten und Leder mischen sich zu den Fruchtnoten. Eine Top-Traube, zweifelsohne, die in Spanien meist für Cuvées vermischt wird, aber es gibt auch vorzügliche 100-Prozent-Merlot-Weine, etwa in Jumilla oder Bierzo.

Monastrell Eine Rotweinrebsorte, die vor allem in der Region Jumilla und in Alicante kultiviert wird, und Garant für kräftige, fruchtige Rotweine in der Klasse „joven“ ist, und einen regelrechten Fächer an Aromen auffaltet, wenn die Weine in Eichenfässern ausgebaut werden.

Montsant ist der kleine Nachbar meines Lieblingsweinbaugebietes, dem katalanischen Priorat. Ein begnadeter Landstrich, küstennah, und doch bergig, mit kalkhaltigen Böden und vielen Sonnenstunden. Daraus, und dank der Winzer Perfektionismus entstehen Spitzenweine, wie der rote Cuvée Bancal del Bosc von  Vinyes Domènech oder der Weiße Blanc, aus 100 Prozent Garnacha blanca. Die preislich unter den Priorat-Weinen liegen, aber durchaus mit diesen mithalten können.

N

Navarra als D.O.-Weinregion grenzt an das Rioja, und in dessen Schatten leisten die Winzer hier Erstaunliches.

O

Oliven sind auch nie verkehrt, wenn man sich ein Gläschen Rot- oder Weißwein aus Spanien einschenkt.

P

Penedès ist die mengenmäßig wichtigste Weinbauregion Kataloniens, die sich in den Provinzen Barcelona und Tarragona erstreckt. Sowohl Rot- als auch Rosé- und Weißweine werden hier aus mannigfaltigen, international-geläufigen und einigen typisch-lokalen Rebsorten gekeltert. Bei Colono finden Sie einen Weißwein der Extraklasse, den Chardonnay Manuela de Naverán 2018.

Pinot Noir ist wie die anderen französischen Rebsorten auch eine der international weit verbreiteten, etwa in Kalifornien oder dem australischen Tasmanien oder Neuseeland sowie in Chile und Argentinien. Ihren Ursprung hat die Züchtung im Burgund. Die „schwarze Pinie“, wie der Name übersetzt heißt, ist in Spanien vor allem in Valencia, dem Rioja und Aragón verbreitet und in Katalonien.

Priorat

Priorat-Weine sind schlichtweg unglaubliche Rotweine, die preislich schon als „junge“ in einer anderen Liga spielen. Es ist auch in Spanien eigentlich unmöglich einen jungen Priorat unter zehn Euro zu bekommen, eigentlich beginnt man ab 30-40 Euro, und nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Es ist auch eines der ältesten Weinbaugebiete der iberischen Halbinsel, wo durchgehend Wein kultiviert wurde. Nämlich ab dem Mittelalter beim Karthäuser-Kloster Priorat de la Cartoixa d’Escaladei („Gottesleiter“) wovon sich auch der Name „Priorat“ ableitet. Und mit nur 2500 Hektar Anbaufläche ist es eines der kleinsten. Nur im Rioja und im Priorat ist die Herkunftsbezeichnung mit D.O.Q (neben D.O.P) die höchste Stufe. Es sind schwere Rotweine, die auch die 17 Prozent Alkoholanteil erreichen können, und mehr (18,5!). Hauptrebsorte ist Mazuelo, besser unter Weinliebhabern als die französische Carignan bekannt. Ich gönne mir Priorat-Weine stets zu festlichen Anlässen, Weihnachten, Geburtstage (natürlich auch meinem) und verschenke sie gerne, etwa zu Hochzeiten. Denn einen Priorat-Wein kann man auch problemlos zehn und mehr Jahre lagern, natürlich bei konstanter geringer Temperatur, geringer Luftfeuchtigkeit und seitlich gelegt.

Queso Manchego passt eigentlich immer zu spanischem Rotwein. Wie etwa die vom Pago del Valle de los Molinos.

R

Reserva und Gran Reserva sind mehrjährig ausgebaute Rotweine, die auch mehr als sechs Monate bzw. beim „Gran Reserva“ auch 18 Monate „Barrique“, ergo im Eichenfass verbracht haben.

Ribeira Sacra

Rías Baixas und Ribeira Sacra sind die herausragenden D.O.-Regionen im äußersten Nordwesten Spaniens, in Galicien. Erstere ist für die vorzüglichen Albariño-Weißweine berühmt, zweitere hat eine knapp 2000-jährige Weinbautradition, die auf die Römer zurückgeht. Und wo folglich Rotweine aus den Reben Garnacha tinta, Tintorera und Mouratón gegenüber Weißen dominieren.

Rioja ist zweifelsohne das berühmteste Weinbaugebiet Spaniens, und Synonym für Rotweine, in allen Preisklassen, vornehmlich aus Tempranillo- und Garnacha-Tinta-Trauben und in geringen Teilen die autochthonen Graciano und Mazuelo. Wobei auch die Weißweine aus Viura-Trauben vor allem in Spanien weit verbreitet sind. Es gibt jedoch drei Riojas, das „alta“, sprich hohe, das „baja“, niedrige – beide im Ebro-Becken der Regionen La Rioja und Navarra – und die Teile im baskischen Álava, die durchaus in ihren Weinen variieren. Hier ist der Platz jedoch zu beengt, um auszuholen, also werde ich das Rioja in mehreren künftigen Beiträgen, auch von vor Ort, behandeln.

Rueda In den vergangenen Jahren finden sich Rueda-Weißweine auch immer öfter in österreichischen und deutschen Supermärkten, eben da die Region in Kastilien-León auf den Export setzt. Grundlage der blumigen, nicht zu fruchtig-süßen, fein-herben und spritzigen Weißweine sind Trauben der Verdejo-Rebe. Bei Colono setzen wir auf die Spitzenwinzer der Region, die sich eben abseits der Masse auf Top-Qualität konzentrieren, wie etwa Javier Sanz Verdejo 2019 Rueda oder V Malcorta 2018 Rueda. Und daher eine ganz andere Liga sind als die Rueda-Weine aus Massenproduktion. Sie sind exquisite, wunderbare Paarungen für Fischgerichte, aber auch zu halbreifem Manchego-Käse, Manzanilla-Oliven und Tapas-Platten.

S

Somontano ist ein kleines Weinbaugebiet in Aragón, und wie der Name sagt, „unterhalb der Berge“ (Pyrenäen) ein Geheimtipp. Lassen Sie sich überraschen, wobei den Großteil der Produktion Rotweine stellen (vorzügliche Merlot und Syrah!) hat es auch der Gewürztraminer hier hergeschafft.

Syrah eine Rebsorte, die in Europa bereits wegen der Reblaus-Plage verschwunden war, und nur dank der Pflanzungen in Südafrika wieder eingeführt werden konnte. Es wäre auch ein immenser Verlust, wäre Syrah nicht mehr bei uns in Spanien vertreten. Doch es ist eine komplexe Traube, die je nach Klimatologie und Bodenbeschaffenheit einen beachtlichen Säuregehalt aufweisen kann. Daher wird sie meist in Cuvée-Weinen verwendet, ein 100-Prozent-Syrah zu kreieren gelingt, und ist nicht selten eine Meisterleistung der Önologen.

T

Tempranillo ist die am weitesten verbreite Rotwein-Rebsorte in Spanien, und insbesondere in den Regionen Ribera del Duero und Rioja die Grundlage für Rot- und als Verschnitt für Roséweine.

Toro bedeutet Kampfstier, doch die D.O.-Weinbauregion hat damit so gut nichts zu tun. Auch wenn einer das Wappen der historisch-bedeutsamen Stadt ziert, und im Umland auch zahlreiche Stein-Stiere aus Jungsteinzeitlicher Epoche stehen. Es ist nicht nur für mich eines der herausragenden Weinbaugebiete Spaniens, in Kastilien-León bei Zamora bis zur Grenze zu Portugal erstreckt es sich entlang der Mäander des Duero-Flusses. Die autochthone Tempranillo-Traubenvariante „Tinta de Toro“, sandig-kalkhaltige Böden und große Tag-Nacht-Temperaturunterschiede sind die Basis, auf der die Winzer der Region Spitzenweine kreieren, wie den jungen Primero 2019 Toro vom Weingut Fariña. Aber auch Liebhaber und Liebhaberinnen von Weiß- und Roséweinen werden hier in Toro D.O. glücklich, etwa mit dem Colegiata Blanco 2019 Toro aus 100 Prozent Malvasia-Trauben – was nie verkehrt ist.

Trauben In diesem Beitrag sind ohnehin einige der wichtigsten Rebsorten für spanische Weine erwähnt, also nutze ich diese Zeilen, um Ihnen zu offenbaren, wie ich Weine auswähle: Nach der Traube zuerst, dann nach der Region und zuletzt nach dem Winzer. Also eigentlich umgekehrt wie die meisten Weinliebhaber vorgehen. Und natürlich variiert das Ergebnis der Traube je nach Region und Bodenbeschaffenheit, Ausbau und Klima. Meine Lieblingsrebe ist die Garnacha tina, als alte Rebe. Dazu Merlot, eine Traube die meist in Ausgewogenheit, Zuckergehalt und den Beeren-Aromen nicht enttäuscht. Und nicht zuletzt Monastrell und Syrah. Unschwer zu erkennen, dass ich Rotwein bevorzuge, und dabei die „schwereren“ Kaliber, Barrique klarerweise und längere Ausbauzeiten, was die Weine komplexer macht.

U

Uva bezeichnet die Traube im Spanischen, und darüber kann man mit Weinkennern und -liebhabern Stunden diskutieren.

V

Valdepeñas, das „Tal der Leiden“ in Kastilien-La-Mancha ist mengenmäßig die „Weinkammer“ Spaniens. Neben Massenproduktion und dem jährlichen Überschuss werden oftmals auch gute Tischweine als „Cosechero“ quasi verramscht. Aber es gibt auch eine kleine Winzer-Riege, die hier abseits der Masse auf Qualität setzt.

Valencia ist nicht nur die mediterran-kosmopolitische Metropole am Mittelmeer und die Autonomieregion an der Levante-Küste. Hier in der D.O.-Region werden auch die idealen Weinpaarungen zur Paella valenciana und den exquisiten Reisgerichten der Küste produziert.

Verdejo und Viura sind zwei der verbreiten Weißwein-Traubensorten in Spanien, etwa für Rueda-Weine.

W

Weißwein steht in Spanien klar im Schatten der Roten, wobei aus der Garnacha blanca, Verdejo, Viura, Albariño/Alvarinho oder eben der Malvasia-Traube wunderbare Weine gekeltert werden, die nicht nur als Paarung zu Fisch und Meeresfrüchten dienen. Also auch wenn wir in Österreich und Deutschland Spitzenweißweine produzieren, die Weltklasse sind, lohnt es sich die „Spanier“ zu probieren! Und sollten Sie nach der Pandemie einmal nach Lanzarote kommen, der Malvasia der in kreisrund aus dem Lavastein ausgehobenen Anbauparzellen kultiviert wird, auch dieser ist fantastisch.

Wermut

Wermut Gewürzweine sind in Spanien seit Jahren überaus beliebt, und haben den Sprung zum Mode-Getränk geschafft. So sind nicht nur in Barcelona und Madrid „Vermuterías“, wo man dazu kleine Tapas genießt, absolut im Trend. Wobei die spanischen „Vermú“ oder „Vermut“ nur entfernt an den berühmten Martini erinnern. Und oftmals auch lokal in Kleinstmengen erzeugt werden. „Casero“ ist dann das Stichwort beim nächsten Spanien-Urlaub. Bis dahin finden Sie bei Colono unter anderem von Cillar de Silos den „Golfo“, aus Tempranillo-Trauben. Mit einem Schuss Gin und einem Spritzer Soda- oder Mineralwasser, und einer Zitronenscheibe ist der „Vermú“ ein perfekter Sommerdrink.

Y

Yecla ist der kleine Nachbar zu Jumilla. Und nicht zu Unrecht nennt man es „das Land der Monastrell-Traube“, die der Garant für exzellente Rotweine ist.

Z

Zamora Um die Kleinstadt von Kastilien-León unweit der Grenze zu Portugal werden vorzügliche Weine produziert, mit „Tierra del Vino de Zamora D.O“, Toro, allen voran Rote. Und dazu passend ist der Käse aus Zamora nicht minder berühmt. Und gleich nebenan am Duero-Fluss erstreckt sich das Weißwein-Gebiet Rueda.

Natürlich ist diese ABC fern seiner Vollständigkeit, also bin ich so frei, den Blogbeitrag auch sukzessive zu erweitern, aus- und umzubauen. In diesem Sinne, ¡salud!

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Jan Marot ist seit 2006 freischaffender Auslandskorrespondent für Spanien, Portugal und Nordafrika, Reiseführer-Autor (ADAC, Marco Polo) und Fotograf. Der Feinschmecker und versierte Hobbykoch ist gebürtiger Grazer (*1981) und entdeckte dank eines Schüleraustausches bereits zur Semana Santa 1998 in Granada seine Liebe zu Spanien, seinen Menschen und natürlich seiner vielfältigen, traditionellen wie innovativen Gastronomie. Zum Studienabschluss der Publizistik, Sozial- und Kulturanthropologie, Politikwissenschaft, Biologie in Wien und Zürich waren die Koffer daher fertig gepackt, und der One-Way-Flug gebucht. Seit mittlerweile 14 Jahren schreibt und fotografiert der stets auch am Gaumen Vielreisende für Tages- und Wochenzeitungen und Magazine in Deutschland, Österreich und der Schweiz, darunter Der Standard, Profil, Die Welt sowie WOZ, Jungle World und das Gourmet-Magazin Falstaff.
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